Immer weniger Kinder können schwimmen. Eine „Koordinierungsstelle für das Schwimmen lernen“ soll das ändern. DLRG Gelsenkirchen beteiligt sich an Modellprojekt

Wenn auch das Wetter derzeit nicht dazu einlädt, regelmäßig ins Freibad zu gehen, bleibt es dabei: „Kinder müssen schwimmen lernen!“ Dass inzwischen immer weniger Kinder schwimmen können, ist eine Tatsache. Etwa 30- 40% der Kinder der 4. Jahrgangsstufe können heute nicht oder nur sehr schlecht schwimmen. Die Landesregierung NRW und die Organisationen des Sports weisen darauf seit Jahren hin. Jetzt richten sie „kommunale Koordinierungsstellen für das Schwimmen lernen“ ein.

In jeweils einer Gemeinde bzw. einem Kreis in den fünf Regierungsbezirken wird ein Modellprojekt „Quietschfidel – Schwimmen lernen in ….“ eingerichtet. Durch eine Vernetzung der kommunalen Akteure, d.h. Kommune, Badbetreiber, Schwimmvereine, Rettungsorganisationen und Schulen soll die Schwimm-Lern-Situation vor Ort nachhaltig verbessert werden.

In folgenden Kommunen / Kreisen werden die Modellprojekte eingerichtet: Stadt Hilden, Kreis Minden-Lübbecke, Stadt Aachen, Stadt Werdohl, Stadt Gelsenkirchen. Für jeden Standort wird auf der Grundlage einheitlicher Qualitätsstandards eine kommunale Konzeption „Schwimmen lernen“ entwickelt. 

Für die Umsetzung in den Projektstandorten stellt die Landesregierung NRW finanzielle Mittel zur Verfügung. Träger des Projekts sind das NRW-Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, der Schwimmverband NRW, derbLandessportbund NRW sowie die DLRG. Beginn ist September 2011.

Grundsätzlich soll durch die Landesinitiative QuietschFidel die aktuelle Situation bezüglich der defizitären Schwimmfähigkeit der Kinder in Nordrhein-Westfalen verbessert werden. In den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl von neuen Initiativen und zusätzlichen Schwimmenlern-Angeboten in den Vereinen durchgeführt und finanziell gefördert. Es zeigte sich, dass besonders erfolgreiche und nachhaltige Projekte Netzwerkstrukturen auf kommunaler Ebene nutzten, um sowohl die Angebots- als auch die Raumsituation wesentlich zu verbessern. Das neue Förderkonzept berücksichtigt diese Erfahrungen.

Um eine nachhaltige positive Veränderung der Situation zu erreichen sind Maßnahmen erforderlich, die die kommunalen Strukturen für die Schwimmausbildung berücksichtigen und verbessern. Die dazu erforderlichen Maßnahmen und Veränderungen werden aber in jeder Kommune unterschiedlich sein müssen, je nach den strukturellen Bedingungen vor Ort.

In der Neuausrichtung der Initiative soll genau dies an mehreren Projektstandorten modellhaft erreicht werden. An den jeweiligen Projektstandorten sollen möglichst alle Handlungspartner, die in der Schwimmausbildung beteiligt sind, in einem Arbeitskreis vernetzt werden. Auf der Grundlage einer Standortanalyse soll ein kommunalspezifisches Handlungskonzept erstellt und umgesetzt werden.